„Kinder beschäftigen sich nicht nur gerne mit solchen Aufgaben des täglichen Lebens, sie verbessern dabei auch ihre Koordination und stärken ihre Selbstsicherheit und ihr Selbstwertgefühl. So nimmt der sich entwickelnde Mensch wichtige Botschaften in sich auf, die ihn auch bei all seinen künftigen Aktivitäten leiten werden: „Ich kann das, ich bin dazu in der Lage, ich bin etwas wert, die Menschen in meiner Umgebung brauchen und schätzen meine Mitarbeit, und ich kann damit die Welt um mich herum verändern.“

aus dem Buch „Das Kind verstehen“ von Dr. Silvana Quattrocchi Montanaro

 

Ich liebe dieses Zitat von Frau Dr. Montanaro. Sie bringt damit so genau auf den Punkt, dass unser Alltag, all die Dinge, die wir jeden Tag, jede Woche sowieso erledigen „müssen“ für junge Kinder so viel mehr sind. Die Kinder wollen die Aufgaben nicht einfach nur erledigen. Es geht ihnen nicht um das Ergebnis, sondern um den Weg dorthin – das genussvolle Ausführen dieser Tätigkeiten. Und hier liegt oftmals die große Herausforderung im Alltag.

Wie kann ich mein Kind in Alltagsaufgaben einbeziehen, damit es dieses Gefühl „Ich kann das, ich bin dazu in der Lage, ich bin etwas wert, die Menschen in meiner Umgebung brauchen und schätzen meine Mitarbeit, und ich kann damit die Welt um mich herum verändern“ in sich verinnerlichen kann?

Nimm dir ruhig mal einen Augenblick Zeit und schreibe dir auch gerne auf, was euer Alltag an Möglichkeiten bietet dein Kind in alltägliche Aufgaben mit einzubeziehen.

Hier mal eine kleine Sammlung von mir, die wahrscheinlich unendlich zu ergänzen ist: Abstauben, Pflanzen gießen, Wäsche aufhängen, Wäsche zusammen legen, Kehren, Tisch decken, Essen zubereiten, Tisch abwischen, Geschirr abspülen, Geschirrspülmaschine ein- bzw. ausräumen,  Haustiere füttern, ….

Der nächste Schritt ist, dass du dir mal bei einer Alltagssituation überlegst, wie du dein Kind sinnvoll einbeziehen kannst. Es klingt wahrscheinlich sehr banal, aber wenn du im Vorfeld überzeugt bist, dann kannst du mit dieser Sicherheit an dein Kind kommunizieren und ihm in Ruhe zeigen was es übernehmen kann. Wichtig ist, dass du deine „perfekten“ Erwartungen hinten anstellst. Das heißt du darfst nicht davon ausgehen, dass der Tisch danach perfekt gewischt und sauber ist.

Hier mal ein konkretes Beispiele:

Das Zusammenlegen von Socken, Handtüchern, Geschirrtüchern, Unterwäsche können auch schon ganz junge Kinder übernehmen. Wähle eine Sache aus – beispielsweise die Socken: Das Kind kann alle Socken paarweise zusammensuchen und sie dann zusammenlegen. Zeige deinem Kind beispielhaft in ruhigen Bewegungen, wie du die Socken zusammen legst. So kann es deine Handgriffe gut beobachten und nachmachen. Denk dran, während du deinem Kind etwas zeigst sag nichts, damit es sich auf deine Hände konzentrieren kann.

Hat dein Kind die Aufgabe erledigt, bedanke dich bei ihm für die Unterstützung. Es um eine kurze und knappe Rückmeldung, wie beispielsweise  „Danke, dass du die Socken für uns zusammen gelegt hast. Jetzt haben wir wieder genug frische Socken zum Anziehen“, nicht um Lob. Probiere das mal aus und beobachte was das mit deinem Kind macht.

So, und jetzt viel Spaß bei euren alltäglichen Aufgaben!