FOKUS – richte deinen Blick in dieser Zeit vor allem auf eins – DEIN Kind! Es erlebt gerade (wahrscheinlich) seinen ersten Übergang vom vertrauten Zuhause mit bekannten Bezugspersonen in eine neue, unbekannte Umgebung mit neuen Erwachsenen und neuen (vor allem) vielen Kindern.

VERTRAUEN – hab Vertrauen in dein Kind, in dich und in die PädagogInnen, ggf. auch in die Person, welche den Übergang begleitet, wenn du es nicht selbst machst. Ihr alle meistert gemeinsam diese Zeit und könnt euch gegenseitig unterstützen.

ZEIT – wenn es dir irgendwie möglich ist, dann setze dir keinen Termin, wann dein Kind die komplette Zeit alleine in der neuen Umgebung sein soll. Wenn du wieder zu arbeiten beginnst, vielleicht gib es Möglichkeiten, dass du im Vorfeld noch andere Bezugspersonen mit einbeziehst. Beispielsweise kannst du dein Kind trotzdem in der Krippe verabschieden und es wird Übergangsweise noch von Mama, Papa, Oma, Opa, Tante, Onkel, etc. abgeholt. Du kannst dir so im Vorfeld den Druck rausnehmen.

KLARHEIT – geh in dich und kläre mit dir bzw. auch deinem Partner wie klar und sicher ihr mit der Entscheidung seid euer Kind in eine Fremdbetreuung zu geben. Wägt für euch und euer Kind die Vor- und Nachteile ab. Euer Kind spürt, wenn es von eurer Seite Unsicherheiten und Ängste gibt. Geht diese an!

AUSTAUSCH – mit anderen Eltern nutzen. Stell gezielt anderen Eltern die Frage: Was hat dir als Mama/Papa während der Eingewöhnungszeit geholfen? Richte deinen Blick auf das Positive und die Möglichkeiten, die du hast, um die Übergangszeit optimal zu gestalten.

RITUALE – es verändert sich ja nicht nur der Tagesablauf von deinem Kind, sondern auch dein Tagesablauf. Rituale geben Sicherheit und das hilft gerade in Situationen von Veränderung und Umbruch, wenn dein Kind sich an Bekanntem „anlehnen“ kann. Beispielsweise ein immer gleicher Ablauf am Morgen, nach dem Abholen immer erst mal Zeit mit Mama/Papa zu haben, usw.

RUHE – in Zeiten von Veränderung hilft es, wenn es in anderen Bereichen ruhiger zugeht. Nehme dir Zeit für dein Kind, wenn es am Nachmittag zu Hause ist. Plane weniger Zeit mit anderen Menschen ein – dein Kind braucht Zeit mit Mama/Papa zum „Auftanken“ im sicheren Hafen, um das „Neue“ gut bewältigen zu können.

ABSCHIED – verabschiede dich bewusst von deinem Kind und gehe dann auch! Es hilft deinem Kind nicht, wenn du dich einfach davon schleichst, weil es dir hilft, dass dein Kind dann möglicherweise nicht weint. Es kann dadurch passieren, dass es in einer stetigen Habtachtstellung ist und nie weiß, wann geht meine Mama/mein Papa jetzt. Auch in dieser Situation sind Rituale hilfreich – beispielsweise immer der gleiche Satz „Tschüss …. – ich gehe jetzt und hole dich wieder ab“. Wenn es bereits ein fester Zeitpunkt ist, dann hilft es dem Kind auch diesen zu nennen „… ich hole dich nach (dem Mittagessen, dem Schlafen) wieder ab“.

ABHOLEN – kommst du zurück, um dein Kind abzuholen, dann mache genau das. Nehme es freudig in Empfang und verlasse mit deinem Kind die Einrichtung. Es gibt deinem Kind Klarheit und Sicherheit, wenn es weiß „die Mama/der Papa ist da und jetzt gehen wir nach Hause“- spielt es am einen Tag weiter und am anderen Tag erwartest du, dass ihr sofort geht, dann ist es für dein Kind in so einer Phase des Umbruchs schwer verständlich und es fehlt ihm die Orientierung.

KEINE VERGLEICHE – jedes Kind ist anders – jeder Elternteil ist anders. KEINE Eingewöhnung verläuft gleich. Deshalb bitte ich dich den Fokus auf DEIN Kind zu richten – es spürt deine Haltung und dein Vertrauen, das du ihm schenkst.

Ich wünsche Euch als Familie viel Freude beim Gestalten dieser besonderen Zeit!