Viele Monate wachsen Babys im Bauch ihrer Mama heran. Es übt zu saugen und zu schlucken, hört mit was seine Eltern sprechen und hat bereits sinnliche Erfahrungen mit dem eigenen Körper gemacht.

Zum Zeitpunkt der Geburt nabelt sich das Baby ab  – das ist die erste Trennung von der Mama! Nun lebt es außerhalb des Mutterleibes, atmet selbstständig, nimmt Nahrung durch das Saugen selbstständig auf und äußert sich auf unterschiedliche Art und Weise, wenn es bedrückt ist oder  Kontakt sucht.

Babys nehmen ihre Eltern anders wahr als noch vor der Geburt – sie bauen sich gerade ihre ersten Bindungen, ihr Urvertrauen auf. Sie erkennen verschiedene Bezugspunkte, wie zum Beispiel die Stimmen ihrer Eltern wieder, die sie schon während der Zeit im Mutterleib auf eine andere Art und Weise wahrgenommen haben.

Jetzt steht für das Baby im Mittelpunkt sich an seine Umgebung anzupassen. Es lernt die Umgebungen in seiner Familie kennen, seinen Platz zum Essen, zum Schlafen, zur Körperpflege und zum Aktiv sein. Und erlebt verschiedene Abläufe – so werde ich gewickelt, so werde ich gebadet, so verlassen wir die Wohnung, so ist es, wenn Gäste da sind und noch vieles, vieles mehr.

Was heißt das konkret für den Alltag mit einem Neugeborenen?

Es gibt für unterschiedliche Aktivitäten einen festen Platz – hier ein paar Beispiele:

  • Das Wickeln findet immer auf der Wickelkommode statt.
  • Das Stillen/die Nahrungsaufnahme findet immer an einem festen Ort statt, beispielsweise einem bequemen Sessel.
  • Das Schlafen bietet sich am Anfang in einem sogenannten Cestina oder Moseskorb, wenn das Baby darin eingeschlafen ist, dann kann es in seinem Zimmer auf der Matratze abgestellt werden und wacht somit immer in der gleichen Umgebung auf und der eigene Schlafplatz wird von Anfang an etabliert.

Zudem sollte es für das Baby auch einen Platz geben an dem es aktiv sein kann und ausreichend Platz für Bewegung hat. Hier bietet sich eine feste Matte vor einem Spiegel sehr gut an. Zudem kann es auch eine kleinere, mobile Matte geben, die mit durch die Wohnung wandert oder auch unterwegs genutzt werden kann.
Findet das Baby für wiederholende Abläufe immer wieder die gleiche Umgebung vor kann es sich nach und nach darauf einstellen, was mit ihm wo passiert und was auf ihn zukommt. Durch diesen Prozess kann das Kind Vertrauen aufbauen und gewinnt Sicherheit – das sind zwei essentielle Voraussetzungen, um auch in sich selbst Vertrauen aufbauen zu können.

Die Umgebung für das Baby wird ja meist schon während der Schwangerschaft vorbereitet, vielleicht konnte ich dir einen Gedankenanstoß geben schon im Vorfeld darüber nachzudenken, wie du die ein oder anderen Bezugspunkte für euer Baby gestalten willst und wie es am besten in euren Familienalltag passt und integriert werden kann.